Der lange Weg des Poit Dhubh

Waren Sie schon einmal in den schottischen Highlands? Vielleicht sogar im Spätsommer – wenn das Heidekraut blüht? Wenn die die Berge mit einem violetten Samtteppich überzogen sind?

Diese einmalige und sehr mystisch anmutende Landschaft durften wir schon ein paar Mal in Schottland erleben. Und ehrlich? – man kann dieses Erlebnis und dieses Gefühl gar nicht wirklich in Worten beschreiben.

 

Da fährst Du mit dem Auto eine nicht endend wollende lange Strasse einem Berggipfel entgegen. Niemand folgt dir, niemand kommt dir entgegen - einfach Natur pur. 

Oben angekommen wird die Strasse breiter und breiter, so breit, das man bequem sein Auto abstellen kann. Und das hat seinen guten Grund: Der Blick ins nächste Tal ist gewaltig beeindruckend. Vor dir liegt eine scheinbar unendliche Weite, eine Hügellandschaft in Violett in einer anmutenden Schönheit. Dazwischen, eine immer schmaler werdende graue Linie, wohl endend zwischen Himmel und Erde weit hinten am Horizont. Dieser Strasse werden wir später weiter folgen.

 

Zwischen all den bunten Farben der Heide blinkt hier und da ein blauer See und ein schmaler Bach, der sich seinen Weg durch die Landschaft bahnt. Weiter hinten sieht man das leuchtende, sich bewegende braune Knäuel einer Herde Hochlandrinder. Solche Situationen kann man nicht wirklich in Worte fassen und auch ein Foto kann nicht annähernd diese Eindrücke beschreiben. Man muss es einfach selbst erlebt haben.

 

Irgendwann, nach vielen einsamen Kilometern haben wir im Westen der Highlands wieder die Zivilisation erreicht und waren in Kyle of Lochalsh angekommen... 

 


Kyle of Lochalsh (gesprochen: Caol Loch Aillse) ist eine kleine Gemeinde mit rund 650 Einwohnern ganz im Nordwesten Schottlands, direkt an der Küste vor dem gleichnamigen See.

Erst im späten 19. Jahrhundert mit dem Eintreffen der Eisenbahn hat sich Kyle of Lochalsh entwickelt. Der Ort ist das Ende der Bahnlinie von Inverness über Dingwall. Die gesamte Strecke wird nach ihrem Ziel auch als Kyle of Lochalsh Line bezeichnet.

Am Bahnhof angekommen, fühlt man sich irgendwie in die Vergangenheit zurück versetzt. Das alte Bahnhofsgebäude, am 02.November 1897 von der Highland Railway in Betrieb genommen, hat seinen schönen Charme behalten: ursprünglich, einfach und einfach liebenswert.

Genau in diesem Bahnhofsgebäude gibt es neben, einem originalen Warteraum und einem kleinen Museum auch einen ebenso kleinen Shop, gefüllt mit Postkarten und Souvenirs, kleinen Snacks und Getränken, Tee und Kaffee und eben diesen Poit Dhubh.

Der Verkäufer merkte schnell, das ich mich für diesen 21 jährigen Whisky interessiere und stand genauso schnell plötzlich mit 2 Gläsern neben mir und fragte etwas, was ich zunächst nicht verstanden habe. Er sprach Gälisch mit mir. Er nahm vom gleichen Whisky eine Sample – Flasche aus dem Regal und füllte den Whisky in die beiden Gläser. Dabei erzählte er, dieses Mal in Englisch, das dieser Whisky von der Insel Skye kommt und hauptsächlich im Sherry Fass gereift ist.

Nach einem «slàinte mhath» war dann für eine Weile Ruhe: wir genossen den Whisky. In der Zwischenzeit hatte sich Verena einige Postkarten ausgesucht, die wir noch mitnehmen wollten.

Ich dagegen war vom Whisky hin und weg. Ein so gutes Tröpfchen hatte ich hier nicht erwartet .. und der sehr freundliche Verkäufer hatte wohl nicht erwartet, das ich diesen Whisky bei ihm kaufe. Es war, so hatte es den Anschein, für ihn das Geschäft des Tages. Er war so happy, das er uns dann noch die Postkarten geschenkt hat und uns einen freien Eintritt in sein kleines Museum gewährt hat. 

So begann die Reise des Poit Dhubh 21y. vom kleinen beschaulichen Kyle über Edinburgh nach Sissach in die Schweiz. … und dort hat er richtige Whiskyfreunde gefunden, die ihn mögen, genau wie ich.

 

 

Ach so, wie schmeckt den der Poit Dhubh 21y. denn so?... Das erfahren die werten Leser in einem meiner nächsten Blogs.